Erste Erwähnungen

Auszug aus der Dorfchronik   von Wilhelm Struckmann, herausgegeben vom Heimatverein Schneeren e.V.

  • Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes

1215  Schneeren wird erstmals am 27.12.1215 in einer Urkunde des Grafen Bernhard von Wölpe als " snedere " erwähnt und dann weiter in Urkunden von 1280, 1307, 1317 und 1433.

Inhaltsangaben der Urkunden:

Urk. 7.

Bernhard von Wölpe schenkt unter Zustimmung seiner Gemahlin Sophie, seiner Tochter Richenza, Sophie und Jutta und seiner Schwiegersöhne ( foceri ) Heinrich von Hoya, Sigfried von Osterburg und Volrad von Dannenberg der Kirche zu Mariensee seinen Hof zu "Catenhusen"
1), wo das Kloster erbaut werden soll,
die von der Mindener Kirche zu Lehn getragenen Zehnten
zu Schneeren ( Kirchdorf, Amts Rehburg ),
zu "Meringen"
2), Bothmer (Kirchdorf in der Amtsvogtei Essel ), Stöckendrebber 3) ( im Kirchspiel Stöcken )
Otternhagen (Kirchdorf, Amts Neustadt)
und Grewiede
4) (im Kirchsp. Gilten, das.),
wie auch ein Haus zu Grewiede und eine Mühle zu Neustadt,
die Kirche zu Basse (im Amte Neustadt) und den Birkhorn (einen Birkenbusch von 187 Morgen im Kirchsp. Hagen, Amts Wölpe).
27. December 1215.

1) "Catenhusen. ubi ponitur claustrum. - q. nunc lacus sanete Marie
    nuncupatur" also Mariensee selbst.
2) Nicht Mehringen im Kirchsp. Mecheld Amts Hoya, sondern ein 
    aufgegangenes Dorf "Meringen", am östlichen Ufer der Weser,
    Schlüsselburg gegenüber gelegen, wo das Mehringer Holz davon
    benannt ist. Vergl. Urkunde v. 4. December 1267
3) S. Note 2. zur Urk. vom 30. October 1213
4) Vergl. über die genannten Zehnten die Urk. 5. und 6.
Anmerkung: Im lateinischen Text steht "snedere" für Schneeren.

Urk. 83.

Graf Burchard von Wölpe schenkt dem Kloster Mariensee den Zehnten und alle Neubrüche zu Schneeren (Kirchdorf im Amte Rehburg).
 Drakenburg, 27 December 1280.
(vergl. Urkunde vom 27.December 1215.)
Anmerkung: Im lateinischenb Text steht "snederen" für Schneeren!


Urk. 100.

Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg schenkt dem Kloster Mariensee auf Ansuchen des Johann Escherde das Obereigenthum einer Curie zu Schneeren (Kirchdorf im Amte Rehburg).
Celle, 15.August 1307.
(vergl. die nachstehende Urkunde 101.)
Anmerkung: Im lat. Text steht "snedere" für Schneeren.

Urk. 101.

Ritter Johann Escherde schenkt dem Kloster Mariensee eine Curie zu Schnedere (Schneeren im Amte Rehburg).
Celle, 29. September (in die  b.L michahelis) 1307.
(vergl. die vorstehende Urkunde 100.)
Siegel des Johann Escherde mit zwei Schlüsseln.

 

Urk. 114.

Knappe Diederich Poppo begibt sich zu Gunsten des Klosters Mariensee aller Ansprüche an einer Curie zu Snedere (Schneeren Kirchdorf im Amte Rehburg).
27. September (in die Cosme et damianj.) 1317.
Herzsiegel des Diederich Poppo mit zwei Bärenklauen.

Urk. 169.

Herzog Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg erneuert und confirmirt dem Kloster Mariensee dessen Gerechtsame auf dem Grinder Walde (bei Linsburg, Amts Wölpe), in dem Scharholte zu Eilvese, Hagen, Nöpke (sämmtlich im Kirchsp. Hagen, Amts Wölpe) und anderen Orten, um den Wald gelegen.
21. September 1433.

    (Nach einer Copie)

    Hierzu auszugweise ein übersetzter Text aus der Urkunde 169:
    "Unterm 21.9.1433 erneuerte und bestätigte Herzog Wilhelm von  Braunschweig und Lüneburg dem Kloster Mariensee dessen  Gerechtsame auf dem Grinder Walde bei Linsburg, im Scharholt (aus dem allgemeinen Walde abgeteiltes Privat - oder Hegeholz)  zu Eilvese, Hagen, Nöpke und anderen um diesen Wald gelegenen Orten.

    In dieser Urkunde heißt es :

    ... so daß das Kloster... und seine Vorwerke, die zu seinem Eigentum gehören, Echtwarte und Holzhau auf dem Grinder Wald haben sollen in allen Holzungen und den Scharholzungen zu Eilvese, Hagen, Nöpke und anderen um den Wald gelegenen Dörfern, um Brennholz zu schlagen, wie sie das erreichen können. Auch soll man dem Kloster aus den vorgenannten Holzungen Bauholz, soweit es nötig ist, nicht verweigern. Auch soll das Kloster dort seine Viehtrift haben ohne jemandes Verbot. Auch soll es mit der Schweinetrift im Walde begnadet sein....
    Die Holzgeschworenen des Waldes sollen dem Kloster ferner kein Bedrängnis tun. Der Probst des Klosters soll ihnen um Feundschaft willen alle Jahre zu Fastelabend und Pfingsten eine Seite Fleisch, zehn Stiegen Brot und eine halbe Tonne Bier geben. Damit sollen die von Schneeren, Eilvese, Hagen, Nöpke und welche sonst noch dazu gehören, sich begnügen und fernerhin das Stift nicht bedrängen, sondern das Stift diese Berechtigungen wie seine anderen geruhlich gebrauchen lassen."
    (Beermann, Oskar und Hümme, Albert: Eilvese 1265 - 1965)

Anmerkung : In den Urkunden 100, 101 und 114 ist von einer Curie" zu Schneeren die Rede." Die Kurie ist im Sinne des Wortes die päpstliche Verwaltung. Das Wort war aber auch gebräuchlich für bischöfliche Verwaltungsstellen." Demnach befand sich in Schneeren, das dem Bistum Minden angehörte (vgl. Ablichtung der Karte der Bistumsgrenzen) solche Verwaltungsstelle.

"Das Kirchspiel Schneeren wurde schon um das Jahr 1200 als dem Mindenschen Archidiakonate Mandeslsloh zugehörig erwähnt." 
(Spilker: Geschichte des Grafen von Wölpe S 328 f.)

"Das Obereigentum einer Kurie (Urkunde 100) ist das Eigentum, dessen Zehnter oder dessen weitere Nutzung an andere Nutzer übertragen wird. Es kann etwa gesehen werden als Lehen, das mit dem Recht der Weiterverpachtung übertragen wird." (Koberg, Heinz: Brief vom 14.6.1989 auf schriftliche Anfrage über Herkunft und Bedeutung des Wortes "Kurie".)